Du bist als Regisseurin bekannt für die Choreografie in deinen Stücken. Warum ist dir die so wichtig?
Ich arbeite gerne sehr körperlich. Ich finde es elementar, Sprache und Körper in der Probenarbeit zu trennen. Deswegen gehe ich mit dem Ensemble immer sofort auf die Bühne, wir improvisieren ab Tag eins. Sprache entsteht im Kopf und Körper durch Bewegung. Diese Energie zu erforschen, eine Atmosphäre spürbar zu machen, zu vergrößern, finde ich spannend. Auch jetzt, zum Ende der Proben, improvisieren wir hin und wieder. Das Ungewisse muss man aushalten, auch so kurz vor der Premiere. Aber es wirft extrem viel ab.
Hast du dir den Film für die Proben oft angesehen?
Nein, das habe ich bewusst nicht gemacht. Ich habe mich nur am Drehbuch orientiert. Aber wer weiß: Vielleicht gucke ich ihn mir jetzt noch einmal an.
In dem Film werden die Singles, wenn sie nach 45 Tagen niemanden gefunden haben, zum Tier ihrer Wahl. Angenommen, du müsstet dir ein Tier aussuchen, welches wäre das?
Ich finde Vögel gut, denn irgendwie muss man den schrecklichen Menschen ja entkommen. Ich würde mich wohl in einen frechen Spatzen verwandeln oder in einen Raubvogel.
"The Lobster" nach dem Film von Yorgos Lanthimos und Efthimis Filippou in der Regie von Lucia Bihler ist ab dem 26. September im Münchner Volkstheater zu sehen.