Kohlhaas (Glück der Erde, Rücken der Pferde)

"Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!", sagt Kohlhaas. Balancierend auf der Grenze zwischen dem mittelalterlichen staatsrechtlichen Denken und den Rechtsvorstellungen des absolutistischen Staates, ist Kleists Kohlhaas von 1808 eine Tour-de-Force rigoroser bürgerlicher Moralität, in der ein von Selbstjustiz beseelter Händler die Gerechtigkeit in die eigene Hand nimmt und brandstiftend durch die sächsischen Länder zieht. Diese Kohlhaas-Überschreibung treibt das Unrecht quer durch das Europa des 21. Jahrhunderts, in dem der Sozialstaat bröckelt, sich das nach rechts senkende demokratische System weiter aushöhlt, Traktoren und junge Generationen die Straßen blockieren. Dabei wird die Revolte der Zukunft befragt: Wenn die Welt zugrunde geht, welche Gerechtigkeit ist dann die richtige?

1 Stunde 25 Minuten, keine Pause
Uraufführung
Premiere am
Do 01 Mai 2025
20:30 Uhr Bühne 1
Theater Osnabrück
Inszenierung Lorenz Nolting
Bühne Lorenz Nolting, Sofie Boiten, Lea Jansen
Kostüm Lea Jansen
Dramaturgie Sofie Boiten, Claudia Lowin

Besetzung

Thomas Kienast, Rebekka Biener, Michi Wischniowski
Audio-Einführung
Pressestimmen

"Laut! Grell! überbordend! Fantasievoll! Das Publikum ist eingeladen, visuell wie akustisch etwas aushalten, sich auf ein hochtouriges, schmerzhaft gewitztes Spiel einzulassen . . . und wird belohnt!“ - Osnabrücker Nachrichten